Was man über Fonds wissen muss

Investmentfonds dienen für Millionen Privatanleger als Basis des privaten Vermögensaufbaus. Damit dieses Unterfangen so effektiv wie möglich angegangen werden kann, sollten Investoren einige Fakten rund um die Fonds-Kurse kennen. Von Bedeutung sind insbesondere die Kosten, die bei einem Fondsinvestment anfallen und das Risiko- und Ertragsverhältnis. Investmentfonds verursachen Kosten. Diese setzen sich bei aktiv verwalteten Fonds aus dem beim Erwerb fälligen Ausgabeaufschlag und der laufenden Verwaltungsgebühr zusammen. Dazu kommen Transaktionskosten des Fonds, die nicht explizit ausgewiesen werden, aber über die Vermögens- und Kostenaufstellung des Fonds ersichtlich sind. Der reguläre Ausgabeaufschlag der meisten Fondsgesellschaften beträgt fünf Prozent bezogen auf den Rückgabepreis der Anteile. Anleger sehen bei aktiven Fonds stets zwei Fonds-Kurse: Der höhere Preis ist der, zu dem Anteile gekauft werden (also die Fonds-Kurse inklusive Ausgabeaufschlag), die niedrigeren Fonds-Kurse sind die, die bei der Rückgabe von Anteilen an die Gesellschaft gezahlt werden. Über Direktbanken und Fondsvermittler lassen sich Rabatte auf die Fonds-Kurse der meisten Gesellschaften erzielen, da der Ausgabeaufschlag nicht voll gezahlt werden muss. Je nach Fonds und Bank belaufen sich diese Rabatte auf 50 bis 100 Prozent. Die Fonds-Kurse aktiv verwalteter Investmentfonds werden einmal täglich festgestellt. Dazu ermittelt das Fondsmanagement den Nettoinventarwert des Fondsvermögens und rechnet diesen zur Stellung der Fonds-Kurse auf die im Umlauf befindlichen Anteilsscheine um.

Ein weiterer erheblicher Kostenfaktor bei aktiv gemanagten Fonds betrifft die laufende Verwaltungsgebühr, mit der die Bemühungen des Managements abgegolten werden. Sie beträgt meist 1-2 Prozent des Fondsvermögens im Jahr und wird laufend vom Vermögen des Fonds einbehalten. Eine einmalige und damit transparente Belastung der Fonds-Kurse durch die Management-Gebühr existiert somit nicht. Die Verwaltungsgebühr wird in ihrer Wirkung auf das Anlageergebnis nicht zuletzt deshalb oft unterschätzt. Besonders in der langfristigen Perspektive schlägt sie deutlich stärker zu Buche als der Ausgabeaufschlag. Schon bei einfachen Sparplänen mit Sparleistungen von wenigen hundert Euro monatlich summieren sich die Kosten, die durch die Verwaltungsgebühr der Fonds verursacht werden, auf fünfstellige Summen. Banken machen sich hier zunutze, dass die Belastungen die Fonds-Kurse nur indirekt beeinflussen.

Eine gute Alternative zu aktiv verwalteten Investmentfonds sind börsengehandelte Indexfonds. Diese werden nicht durch ein Management verwaltet, sondern bilden eine bestimmte Basis mehr oder weniger eins zu eins nach. Bei dieser Basis kann es sich etwa um einen großen Aktienindex, wie zum Beispiel den DAX oder den EuroStoxx 50 handeln. Der Vorteil von Indexfonds liegt zum einen in den sehr viel günstigeren Kosten und zum anderen in der fortlaufenden Notierung. Da Indexfonds eine Basis nachbilden, ist der Nettoinventarwert jederzeit zu ermitteln und es können fortlaufen Fonds-Kurse gestellt werden. Dadurch können Anleger die Anteile zu den üblichen Handelszeiten jederzeit erwerben und veräußern. Die Fonds-Kurse werden dabei eins zu eins an den Investor weitergereicht – ein Ausgabeaufschlag wird nicht erhoben. Da kein aktives Management erforderlich ist, kommen Indexfonds auch mit sehr geringen Verwaltungsgebühren aus. Oft betragen diese weniger als ein halbes Prozent des Fondsvermögens im Jahr. Indexfonds sind wie andere Fonds auch rechtlich als Sondervermögen konstituiert, so dass die Mittel der Anleger von denen der Bank oder Fondsgesellschaft getrennt sind. Seit einigen Jahren wächst die Zahl der verfügbaren Indexfonds in Deutschland laufend. Die Produkte eignen sich für kurzfristige, spekulative Vorhaben ebenso wie für die langfristige Kapitalanlage und den Vermögensaufbau über Sparpläne.